Bad & Sanitär

Badewanne zur Dusche umbauen: Kosten, Ablauf, Zuschuss

Der Wannentausch gegen eine flache Duschtasse kostet 2.500 bis 5.000 Euro und ist in ein bis zwei Tagen erledigt. Eine echte bodengleiche Dusche mit neuem Bodenaufbau liegt bei 5.000 bis 9.000 Euro und dauert eine bis zwei Wochen.

Die klare Empfehlung: Der Wannentausch mit flacher Duschtasse lohnt sich, wenn das Bad sonst in Ordnung ist, wenn Fliesen und Leitungen bleiben können und wenn es schnell gehen soll. Die bodengleiche Dusche ist die richtige Wahl, wenn Barrierefreiheit das Ziel ist, wenn ohnehin der Fußboden geöffnet wird oder wenn die Pflegekasse mitzahlt und dafür eine schwellenfreie Ausführung verlangt. Steht in fünf Jahren ohnehin ein neues Bad an, ist der Tausch die vernünftigere Zwischenlösung.

Kosten

2.500 bis 5.000 Euro beim Tausch, 5.000 bis 9.000 Euro bodengleich

Dauer

Ein bis zwei Tage beim Tausch, fünf bis zehn Arbeitstage bodengleich

Zuschuss

Pflegekasse bis 4.180 Euro je Person, Antrag zwingend vor dem Auftrag

Eignung

Tausch bei intaktem Bad, bodengleich bei Barrierefreiheit und Komplettsanierung

Welche Umbauvarianten gibt es?

Der Begriff Wanne zu Dusche steht für drei sehr unterschiedliche Baustellen. Wer Angebote vergleicht, muss zuerst wissen, über welche er redet.

Variante 1: Wannentausch mit Duschtasse. Die Wanne wird ausgebaut, eine flache Duschtasse gesetzt und der freigelegte Wandstreifen mit passenden Fliesen oder einer Wandverkleidung geschlossen. Der Bodenaufbau bleibt unangetastet, der vorhandene Wannenablauf wird weiterverwendet. Das ist die Lösung der Anbieter, die mit einem Tag Bauzeit werben.

Variante 2: Bodengleiche Dusche im Bestand. Der Estrich wird im Duschbereich geöffnet, ein flacher Ablauf oder eine Duschrinne eingesetzt, neu abgedichtet und gefliest. Das Ergebnis ist schwellenfrei und optisch ein anderes Bad.

Variante 3: Bad komplett neu. Alles raus, Leitungen neu, Boden und Wände neu. Wer ohnehin 25 Jahre alte Leitungen hat, landet oft hier.

Der direkte Vergleich der drei Wege

Wannentausch mit DuschtasseBodengleiche DuscheBad komplett neu
Preis inklusive Montage2.500 bis 5.000 Euro5.000 bis 9.000 Euro12.000 bis 25.000 Euro
Bauzeit1 bis 2 Tage5 bis 10 Arbeitstage3 bis 6 Wochen
Estrich öffnenneinja, im Duschbereichja, meist komplett
Einstiegshöhe2,5 bis 6,5 cm0 cm0 cm
Fliesen im Rest des Badesbleibenbleiben meistneu
Bad nutzbar während der Arbeitenfast durchgehendeingeschränktnein
Anerkennung durch die Pflegekasseje nach Einzelfallja, schwellenfreija
Passt für Mietwohnunggut, rückbaubarnur mit Zustimmungselten

Was treibt den Preis nach oben?

Die Spannen sind groß, weil vier Positionen den Ausschlag geben.

  • Der Fliesenspiegel. Nach dem Wannenausbau fehlt ein Streifen an der Wand, oft 20 bis 40 Zentimeter hoch. Gibt es keine passenden Restfliesen, wird entweder die ganze Wand neu gefliest oder mit einem Kontraststreifen gearbeitet. Fliesen kosten inklusive Verlegung 60 bis 120 Euro je Quadratmeter.
  • Die Abdichtung. Bei der bodengleichen Dusche ist das der sicherheitsrelevante Posten. Eine Verbundabdichtung nach den anerkannten Regeln kostet 300 bis 800 Euro. Daran zu sparen ist der teuerste Fehler, den man in einem Bad machen kann.
  • Der Ablauf. Ein Punktablauf liegt bei 100 bis 400 Euro, eine Duschrinne bei 250 bis 700 Euro, eine Wandablaufrinne darüber. Bei einer Regendusche mit hoher Durchflussmenge muss die Ablaufleistung passen, sonst steht das Wasser.
  • Die Aufbauhöhe. Reicht die Höhe unter dem Fliesenbelag nicht, wird der Ablauf in die Decke verlegt. Das bedeutet Kernbohrung, Statikfrage und in einer Eigentumswohnung eine Abstimmung mit der Gemeinschaft. Rechne mit 1.000 bis 3.000 Euro Mehrkosten.

Dazu kommen die kleineren Posten: Demontage und Entsorgung 200 bis 500 Euro, Duschtasse 150 bis 800 Euro, Glasabtrennung 500 bis 2.000 Euro, Armatur 150 bis 600 Euro. Der Stundensatz im Sanitärhandwerk liegt 2026 bei 60 bis 95 Euro, regional unterschiedlich.

Bodengleich oder flache Duschtasse im Bestand?

Das entscheidet die verfügbare Höhe unter dem Fertigfußboden. Ein bodengleicher Ablauf braucht rund 9 bis 13 Zentimeter Platz für Ablaufkörper, Gefälleaufbau und Fliese. In einem Altbau mit dünnem Estrich auf Holzbalkendecke ist das oft nicht da.

Die flache Duschtasse ist dann die pragmatische Antwort. Extraflache Modelle bauen 25 bis 65 Millimeter hoch, viele lassen sich auch bündig einlassen, wenn wenigstens sechs Zentimeter Luft sind. Optisch ist das nah dran, die kleine Kante bleibt aber spürbar.

Wer barrierefrei nach DIN 18040-2 bauen will, braucht mehr als nur den fehlenden Einstieg: eine Bewegungsfläche von 120 mal 120 Zentimetern, rutschhemmende Fliesen der Klasse B nach Bewertungsgruppe, befestigte Haltegriffe und einen Duschsitz. Diese Punkte sind es, an denen die Pflegekasse die Anerkennung festmacht.

Welche Zuschüsse gibt es, und was ist die Bedingung?

Der wichtigste Topf ist die Pflegekasse. Nach Paragraf 40 SGB XI zahlt sie für wohnumfeldverbessernde Maßnahmen bis zu 4.180 Euro je Person mit anerkanntem Pflegegrad. Leben mehrere Berechtigte im Haushalt, addiert sich der Betrag bis auf 16.720 Euro.

Zwei Bedingungen entscheiden über Erfolg oder Ablehnung:

  1. Der Antrag muss vor der Beauftragung gestellt sein. Wer erst umbaut und dann einreicht, bekommt in der Regel nichts.
  2. Der Umbau muss die Pflegesituation verbessern. Ein Kostenvoranschlag mit Begründung und ein Foto der bisherigen Situation helfen erheblich. Ein reiner Wannentausch mit sechs Zentimeter Kante wird häufiger abgelehnt als eine schwellenfreie Dusche.

Bei der KfW gibt das Programm Altersgerecht Umbauen einen Kredit von bis zu 50.000 Euro je Wohneinheit. Der Investitionszuschuss ist an Haushaltsmittel gebunden und war wiederholt vorzeitig ausgeschöpft, prüfe den aktuellen Stand vor der Planung. Unabhängig davon lassen sich 20 Prozent des Lohnanteils steuerlich absetzen, maximal 1.200 Euro im Jahr. Dafür braucht es eine Rechnung mit ausgewiesenem Arbeitslohn und eine Überweisung, Barzahlung zählt nicht.

Was gilt in der Mietwohnung?

Der Umbau ist eine bauliche Veränderung und braucht die schriftliche Zustimmung des Vermieters. Bei nachgewiesenem Bedarf wegen Alter oder Behinderung hast du nach Paragraf 554 BGB einen Anspruch auf Duldung, sofern der Umbau zumutbar ist.

Der Vermieter darf dafür eine Sicherheitsleistung für den späteren Rückbau verlangen. Klärt in der Vereinbarung drei Punkte schriftlich: wer die Ausführung beauftragt, wer die Gewährleistung trägt und ob beim Auszug wirklich zurückgebaut werden muss. Manche Vermieter verzichten auf den Rückbau, weil eine moderne Dusche die Wohnung besser vermietbar macht. Das gehört ins Papier, nicht ins Gespräch.

Wie läuft die Baustelle ab?

Beim Wannentausch sieht ein realistischer Zeitplan so aus: Am ersten Tag kommen Wanne und Verkleidung raus, der Ablauf wird angepasst, die Tasse gesetzt und abgedichtet. Am zweiten Tag folgen Fliesenanschluss, Silikon und Duschabtrennung. Das Silikon braucht 24 Stunden, bevor geduscht werden darf. Anbieter, die alles an einem Tag versprechen, arbeiten meist mit Wandverkleidungen statt Fliesen.

Bei der bodengleichen Dusche verteilt sich die Arbeit auf mehrere Gewerke. Tag eins bis zwei: Demontage und Estrich öffnen. Tag drei: Ablauf setzen, Leitungen anpassen. Tag vier: Gefälleaufbau. Danach Trocknungszeit, dann Abdichtung mit Trocknung, dann Fliesen, dann Fugen, zuletzt Glas und Armatur. Zwischen Abdichtung und Fliesen liegt in der Regel ein Tag Wartezeit, den kein Betrieb überspringen sollte.

Plane bei der bodengleichen Variante eine Ausweichmöglichkeit zum Duschen ein. Ein Gäste-WC hilft, ersetzt aber keine Dusche.

Für wen sich was eignet

  • Bad in gutem Zustand, Wanne wird nie benutzt: Wannentausch mit flacher Tasse. Bestes Verhältnis von Aufwand und Ergebnis.
  • Pflegegrad vorhanden, Zuschuss geplant: bodengleiche Dusche mit 120 mal 120 Zentimetern Bewegungsfläche und Haltegriffen.
  • Altbau mit niedrigem Bodenaufbau: extraflache Duschtasse, eingelassen. Bodengleich wird sonst zur Deckenbaustelle.
  • Leitungen älter als 30 Jahre: Komplettsanierung. Alles andere wird beim ersten Rohrschaden doppelt bezahlt.
  • Mietwohnung: Wannentausch mit schriftlicher Zustimmung und geklärtem Rückbau.
  • Familie mit kleinen Kindern: Wanne behalten, wenn Platz ist. Eine zweite Duschmöglichkeit ist oft der bessere Weg.
Was kostet es, die Badewanne durch eine Dusche zu ersetzen?

Der Tausch gegen eine flache Duschtasse liegt bei 2.500 bis 5.000 Euro. Eine bodengleiche Dusche mit geöffnetem Estrich kostet 5.000 bis 9.000 Euro. Ein komplett neues Bad beginnt bei rund 12.000 Euro.

Wie lange dauert der Umbau?

Der reine Wannentausch braucht ein bis zwei Tage, danach 24 Stunden Aushärtezeit für das Silikon. Die bodengleiche Variante dauert fünf bis zehn Arbeitstage, weil Abdichtung und Estrich Trocknungszeiten haben.

Zahlt die Pflegekasse den Umbau?

Bis zu 4.180 Euro je Person mit Pflegegrad, bei mehreren Berechtigten mehr. Zwei Bedingungen sind hart: Der Antrag muss vor dem Auftrag gestellt sein, und der Umbau muss die Pflegesituation nachweislich verbessern.

Geht bodengleich auch im Altbau?

Nur wenn unter dem Fliesenbelag 9 bis 13 Zentimeter Platz für Ablauf und Gefälle sind. Reicht die Höhe nicht, bleibt eine extraflache Duschtasse oder die Verlegung des Ablaufs in die Decke.

Brauche ich für den Umbau eine Genehmigung?

In den eigenen vier Wänden nein, solange keine tragenden Teile berührt werden. In der Eigentumswohnung braucht ein Eingriff in Steigleitungen oder Decke die Zustimmung der Gemeinschaft, in der Mietwohnung die des Vermieters.

Zuletzt aktualisiert: August 2026 · Förderbeträge nach Paragraf 40 SGB XI, Stand 2026 · Preisspannen aus dem deutschen Markt, ohne Gewähr.

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